WM-Perspektiven
Außergewöhnliche Namen finden wir bei der WM in Südafrika ja wirklich reichlich. Ein Messi wird hier plötzlich zum Star, obwohl er bei uns im Sprachgebrauch sonst nur im Zusammenhang mit dubioser Sammelleidenschaft vorkommt.
Aber auch altbekannte Redewendungen gehen uns bei dieser WM wieder leicht von den Lippen, zum Beispiel, wenn es vor dem englischen Tor wieder “müllert”. Und sind wir mal ehrlich, was bleibt von dieser Zeit in Erinnerung?
Doch nicht die überbezahlten Namen wie Kaka, Rooney oder Ronaldo, nein, ein schlichter Vorname wie Gascoigne oder Breitner ihn trägt, der bleibt im Gedächtnis.
Paul, das ist der Name der WM. Nur gehört er leider keinem Fußballspieler, sondern einem Tintenfisch. Ein Tintenfisch, der es geschafft hat, ohne außergewöhnliche Namen wie Xavi oder Forlan, ein berühmtes Orakel zu werden. Ein kleiner glitschiger Kerl, der mit seinen Tipps die Wahrscheinlichkeitsrechnung ad absurdum führt.
Mit seinen acht Armen (eine Vorstellung bei der jeder Torwart vor Neid erblasst) öffnet er zielsicher, die mit Muscheln gefüllte Kiste des zukünftigen Siegers.
Und egal wie viele außergewöhnliche Namen bei dieser WM noch Tore schießen, ob Podolski oder Robben, in unserem Gedächtnis hat Paul sich mit seinen Saugnäpfen verankert. Ein kleiner Oktopus lenkt die Geschicke des FIFA-Weltcups und Sepp Blatter sitzt hilflos auf der Tribüne und harrt der Dinge, die unter Wasser entschieden werden.
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