Erwischt im Whirlpool

Kinder kommen doch immer wieder auf die verrücktesten Ideen. Als meine Große, stolze sieben Jahre alt, ihren Geburtstag feierte, hatten wir wenige Wochen vorher erst unseren neuen Whirlpool bekommen. Der Nachmittag war bunt, laut und lecker, wie Kindergeburtstage eben sein müssen. Am Abend, nachdem ein Berg Spaghetti vertilgt war, wurde noch Verstecken gespielt, bis die Eltern kamen, um ihre Kinder abzuholen.

Mein Mann und ich, aber auch der große Bruder mit seinen 13 Jahren, mussten auch mitspielen. In all dem Tumult war es schwer, den Überblick zu behalten. Plötzlich merkte ich, dass unser Nesthäkchen verschwunden war. Wir schauten nach draußen, in ihr Zimmer, überall, wo man sich verstecken kann. Sie war nirgends zu finden. Mein Mann ging sogar in die Garage, um dort und im Auto nachzusehen. Nichts. Sie war und bliebt wie vom Erdboden verschluckt. Langsam machte ich mir Sorgen. Was, wenn sie draußen im Garten ein Versteck gesucht hatte und sich verletzt hatte? Es war schon dunkel und wir haben kein besonders gutes Licht im Garten. Wie konnte mir das nur passieren? Langsam trudelten auch die anderen Eltern ein. Alle begannen, mit Vollgas zu suchen. Das Stimmengewirr war furchtbar, die Gefühle überwältigten mich. Ich bekam Panik.

Eine der Mütter blickte auch in unser Whirlpool Zimmer, das wir aus dem alten Abstellraum gezaubert hatten. Hier war das Licht aus, alles ruhig. Nur ein leises Schniefen verriet meine süße Maus, die sich im Whirlpool verstecken wollte und darin wohl binnen Sekunden eingeschlafen sein musste. Jedesmal, wenn ich den Whirpool ansehe, muss ich seither an das Gefühlschaos denken.

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